Schuppenflechte

Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine häufig auftretende entzündliche Hauterkrankung mit chronischem Verlauf. Sie entsteht durch eine Autoimmunreaktion, bei der die Keratinozyten stimuliert werden, was zu einer Verdickung der Haut mit der typischen Schuppung führt.

Die Psoriasis ist eine multifaktorielle Erkrankung. Meist kommen zu einer genetischen Veranlagung bestimmte Risikofaktoren wie Infektionen der oberen Atemwege (z.B. durch Streptokokken), mechanische Reize (Köbner-Phänomen), Rauchen, Alkoholkonsum, Stress oder bestimmte Medikamente (z.B. Beta-Blocker, ACE-Hemmer, Lithium) hinzu. In Deutschland leiden ca. 2-3% der Menschen an einer Psoriasis.

Symptome

An der Haut zeigen sich unterschiedlich große scharf begrenzte rote und erhabene Hautveränderungen, die häufig von unterschiedlich dicken silbrigen Schuppen bedeckt sind. Teilweise besteht ein starker Juckreiz. Etwa jeder 5. Patient mit Psoriasis leidet neben den typischen Plaques auch an einer Gelenkbeteiligung, der sogenannten Psoriasisarthritis. Die Nägel weisen bei mind. 50% der Betroffenen ebenfalls Veränderungen auf („Tüpfelnägel“, „Ölflecken“, usw.).

Die Schuppenflechte verläuft individuell sehr verschieden und ist unterschiedlich stark ausgeprägt – von kaum sichtbaren Hautveränderungen bis zu einem Befall der gesamten Haut.

Von der „gewöhnlichen Schuppenflechte“ (Psoriasis vulgaris) wird u.a. die „pustulöse Schuppenflechte“ (Psoriasis pustulosa) unterschieden, welche mit kleinen Eiterbläschen einhergeht. Es können auch beide Formen gleichzeitig auftreten.

Die Psoriasis kann erhebliche Folgen für Gesundheit, Beruf und Lebensqualität haben. Nicht selten findet aufgrund der häufig deutlich sichtbaren Hautveränderungen eine Stigmatisierung der Betroffenen statt. Eine Schuppenflechte ist nicht ansteckend!

Prävention

Die genetische Veranlagung an einer Schuppenflechte zu erkranken, kann man nicht beeinflussen. Durch eine gesunde Lebensweise (z.B. Normalgewicht, Nikotin- und Alkoholverzicht) kann aber ein schwerer Ausbruch der Krankheit verhindert oder abgeschwächt werden. Auch die regelmäßige Hautpflege in erscheinungsfreien Zeiten ist unabdingbar um neue Psoriasisherde zu vermeiden.

Familiäre Veranlagung

Die Anamnese und die familiäre Veranlagung können einen ersten Hinweis auf das Vorliegen einer Schuppenflechte liefern. Zusätzlich bestehen charakteristische scharf begrenzte rote und erhabene Hautveränderungen, welche durch eine silberweiße Schuppung bedeckt sind. Meistens sind Ellenbogen, Knie bzw. Unterschenkel, Kopfhaut, Gesäß und/oder Handflächen und Fußsohlen betroffen.

Diagnose bei Schuppenflechte

Folgende Zeichen sind typisch für eine Schuppenflechte und können zur Diagnosestellung herangezogen werden:

  • Kerzenwachsphänomen: durch Kratzen an der Schuppenschicht löst sich die obere Schuppung ähnlich wie das Wachs einer Kerze
  • Phänomen des letzten Häutchens: werden die Schuppen weiter entfernt, ist ein glänzendes „letztes Häutchen“ zu sehen
  • Auspitz-Phänomen (blutiger Tau): wird noch weiter gekratzt, kommt es zu kleinen punktförmigen Einblutungen
  • In einigen Fällen kann zur Diagnosestellung die Entnahme einer Hautprobe erforderlich sein.

Therapie bei Schuppenflechte

Eine Schuppenflechte ist bisher nicht heilbar. Glücklicherweise stehen heutzutage zahlreiche Therapiemöglichkeiten zu Verfügung, um die Symptome deutlich zu bessern und den Leidensdruck der Patienten zu  minimieren. Ein Hauptpfeiler der Therapie besteht in einer regelmäßigen und individuell abgestimmten Hautpflege um die gestörte Barrierefunktion der Haut wiederherzustellen und neue Psoriasisherde zu verhindern.

Daneben stehen verschiedene lokale Therapiemöglichkeiten in Form von Cremes, Salben usw. zur Verfügung. Auch eine Lichttherapie (Phototherapie) kann die Symptome einer Psoriasis lindern. Hierbei wird die Haut gezielt mit bestimmtem UV-Licht bestrahlt und ggf. vorher mit einer lichtsensibilisierenden Substanz vorbehandelt (PUVA).

Als weitere Möglichkeit gibt es bei schweren Verläufen unterschiedliche systemische Therapieoptionen, die in Form von Tabletten oder Spritzen verabreicht werden können. Unter Umständen müssen auch mehrere Therapieansätze kombiniert werden.

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