Weißer Hautkrebs

Wer ist vor allem betroffen? Betroffen sind vor allem hellhäutige Menschen über 45 Jahren mit chronisch kumulativer Lichteinwirkung. Jeder Sonnenbrand ist ein kleines Mosaiksteinchen auf dem Weg zum beginnenden Hautkrebs. Aber auch „braungebrannte Hauttypen" können durch die jahre- bis jahrzehntelange Einwirkung des Sonnenlichts Hautkrebs bekommen. Hinzu kommt die Veränderung unserer Erdatmosphäre (Ozonloch), die die schädigenden ultravioletten Lichtstrahlen immer ungefilterter auf die Erde kommen lässt.

Welche Arten des weißen Hautkrebses gibt es?

Es gibt 3 Formen des weißen Hautkrebses

  1. Basalzellkarzinom (Basaliom), der zweithäufigste Typ
  2. Aktinische Keratose = in situ-Karzinom, der mit Abstand häufigste Typ
  3. Invasiver Stachelzellkrebs (Spinaliom), der seltenste Typ

Beginnender weißer Hautkrebs

Die Aktinische Keratose (Carcinoma spinocelluare in situ). Meist fühlt man sie, bevor man sie sieht: eine kleine raue, leicht gerötete Stelle, die zwischendurch auch wieder komplett verschwinden kann - vor allem wenn sie mit einer Fettcreme behandelt wird - aber an derselben Stelle wieder zurückkommt. Hierbei handelt es sich um einen Hautkrebs im Frühstadium, d.h. er befindet sich in einer oberen Hautschicht und hat die Basalmembran noch nicht durchbrochen. Somit können sich in diesem Stadium keine Metastasen bilden.

Aktinische Keratosen können unbehandelt allerdings tiefer in die Haut eindringen und sich zu Stachelzellkarzinomen  (Spinaliomen) weiterentwickeln. Erste Anzeichen für einen Lichtschaden der Haut können sich schon vor Entstehung aktinischer Keratosen bemerkbar machen und sind ernste Warnsignale: "Bunterwerden" der Haut mit braunen Pigmentflecken oder auch kleinen weißlichen Stellen, „Dünnerwerden“ der Haut mit Bildung von Falten, durchscheinenden Äderchen, Entstehung von blauen Flecken auch nach kleinsten Stößen.

Überwiegend betroffen sind Gesicht, Handrücken und Unterarme, also die Stellen, die am meisten dem Sonnenlicht ausgesetzt sind.

Therapie

Alle Hautveränderungen mit Verdacht auf Bösartigkeit sollten operativ entfernt oder die Diagnose durch eine feingewebliche (histologische) Untersuchung gesichert werden.

Melanome, weißer Hautkrebs ((Stachelzellkrebs, Spinaliom) und die meisten Basaliome müssen vollständig und teilweise mit Sicherheitsabstand (Melanom) operativ entfernt werden. Aktinische Keratosen können nicht-invasiv durch Stickstofftherapie, verschiedene Lokaltherapeutika oder eine Kombinationstherapie von CO2-Laser und anschließender Lichtbehandlung (sog. Photodynamische Therapie, PDT) behandelt werden. Letztere ist eine sanfte, elegante und gleichzeitig sehr effektive Heilmethode mit besten medizinischen und kosmetischen Ergebnissen.

Photodynamische Therapie (PDT):
Die PDT wird in den letzten Jahren zunehmend zur Behandlung des oberflächlichen weißen Hautkrebses (aktinische Keratosen, flache Basalzellkarzinome, in-situ-Karzinome vom Typ des M. Bowen) eingesetzt. Vorteile der Behandlung, die in der Regel ohne örtliche Betäubung durchgeführt werden kann, sind eine geringe Invasivität und eine narbenfreie Abheilung bei einem exzellenten Therapieerfolg.

Artikel Südkurier über einen Vortrag von Dr. Braun vor den europäischen Hautärzten in Brüssel

 

Der Überlinger Dermatologe Dr. Martin Braun ist Experte auf dem Gebiet der Hautkrebsbehandlung. So wurde er als Referent in die europäische Hauptstadt Brüssel eingeladen, um der „Europäischen Gesellschaft für Photodynamische Therapie (kurz: EURO-PDT)“ in einem Gastvortrag seine Erfahrungen und innovativen Erkenntnisse aus der Praxis vorzustellen. Während seiner langjährigen Karriere hat er über 70.000 Hautkrebsbehandlungen und fast 10.000 photodynamische Therapien durchgeführt.

Bei der Photodynamischen Therapie (PDT) geht es um eine sanfte Lichtbehandlung zur Heilung des weißen Hautkrebses. Dr. Braun ist es sowohl gelungen, die Behandlungszeit dieser Methode um das Zehnfache auf 1-2 Minuten zu verkürzen, als auch die damit einhergehenden Schmerzen bei den Patienten zu vermeiden. Diese von Dr. Braun eigens weiterentwickelte Behandlungsform bezeichnet er als „PDT-Light“.
Besondere Beachtung während des Vortrags erhielten Dr. Brauns Schilderungen über seine persönlichen Erfahrungen während mehrerer Behandlungen, die er an sich selbst mit der "PDT-Light" – Therapie durchführte.

Wie funktioniert die PDT? Die Zellen unseres Körpers werden ständig erneuert. Dabei gibt eine bestimmte Substanz, die sog. DNA, den Bauplan der Erbanlagen vor. Treten nun - z.B. durch langjährige Einwirkung von UV-Strahlen des Sonnenlichts ausgelöste - kleine „Fehler“ bei der Zellteilung auf, kann eine bösartige Entartung in der Zelle entstehen. Zellen mit DNA-Schäden nehmen bevorzugt einen bestimmten Stoff, die Aminolävulinsäure (ALA) auf. Dies ist eine natürliche, im menschlichen Körper vorkommende Substanz, die bei der Bildung des roten Blutfarbstoffes benötigt wird. Von den „kranken“ Zellen wird ALA in Protoporphyrin (PP) umgewandelt, was sehr lichtempfindlich ist. Bei Lichteinwirkung provoziert dieser Stoff den Zerfall von Sauerstoffmolekülen in Sauerstoffradikale, welche giftig für die Zelle sind - sie stirbt ab. Gesunde Hautzellen werden weitgehend geschont. Diesen Reparaturmechanismus der Natur hat sich die PDT zu Nutze gemacht. Wenn es gelingt, das ALA in den krebskranken Hautzellen (durch zusätzliches Auftragen von ALA auf die Haut) vollständig in das hoch lichtempfindliche Protoporphyrin umzuwandeln, können die kranken Zellen durch die nachfolgende Bestrahlung mit rotem Licht zerstört werden. Sie werden dann durch nachwachsende gesunde Hautzellen ersetzt.

Während der Behandlung treten häufig ein sonnenbrandähnliches Brennen, gelegentlich auch Schmerzen auf, welche durch Kühlung gelindert werden. Auf Wunsch kann eine betäubende Creme aufgetragen oder die Behandlung in örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Nach der PDT kann es an den behandelten Hautstellen zu vorübergehenden Rötungen, Braunfärbungen, Schwellungen und der Bildung von Krusten kommen.
Die Kosten für die PDT werden von den gesetzlichen Krankenkassen bisher leider nicht übernommen, von den privaten Krankenkassen in der Regel jedoch voll erstattet.

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