Schuppenflechte (Psoriasis)

Wir sind ein Kompetenz-Zentrum mit großer Erfahrung für die Behandlung der Psoriasis.

Über 20.000 bisher behandelte und zum großen Teil überaus zufriedene Patienten legen Zeugnis ab von unserer großen Erfahrung.

Was ist Psoriasis?

Bei Psoriasis handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Sie betrifft häufig nicht nur die Haut, sondern den gesamten Körper, und gehört deshalb zu den systemischen Erkrankungen. Die Psoriasis ist chronisch und nicht heilbar.

Sie ist jedoch gut zu behandeln. Deswegen können Menschen mit Schuppenflechte in vielen Fällen weitgehend beschwerdefrei leben. In der Regel tritt Psoriasis in Schüben auf: Zeiten, in denen sie aktiv ist, wechseln sich mit beschwerdefreien Phasen ab.

Es gibt verschiedene Formen der Schuppenflechte. Die häufigste ist die Psoriasis vulgaris oder Plaque-Psoriasis. Bei ihr zeigen sich die typischen Hautbeschwerden: gerötete Hautareale, die mit weißen Schuppen bedeckt sind und häufig jucken – die sogenannten Plaques. Ursache ist eine anlagebedingte Fehlsteuerung des Immunsystems. Es werden bis zu achtmal so viel hornbildende Zellen (Keratinozyten) gebildet wie in gesunder Haut. Die Zellen können nicht richtig reifen, sammeln sich an der Hautoberfläche und bilden die charakteristischen Plaques.

Meist kommen zu einer genetischen Veranlagung bestimmte auslösende Faktoren (wie z.B. Mandelentzündung, Stress,
mechanische Reize, Rauchen, Alkoholkonsum, oder bestimmte Medikamente (z.B. Beta-Blocker, ACE-Hemmer, Lithium) hinzu.
In Deutschland leiden ca. 2-3% der Menschen an einer Psoriasis.

Therapie bei Schuppenflechte

Der Alltag mit Schuppenflechte verlangt oft Disziplin und Geduld von Ihnen: eine regelmäßige Behandlung, Arztbesuche und Kontrolluntersuchungen gehören dazu. Denn: Für eine erfolgreiche Therapie ist Ihre Mitarbeit besonders wichtig. Dabei hilft es auch, sich gut mit der eigenen Erkrankung auszukennen, zu wissen, was in Ihrem Körper vor sich geht und warum wir Ihnen ein bestimmtes Medikament oder eine gewisse Behandlungsmethode empfehlen.

Was sind die Ziele unserer Behandlung

1. Abheilen der Plaques
2. Verhindern von neuen Schüben
3. Ein weitgehend normales Leben ohne Einschränkung der Lebensqualität durch die Psoriasis.
4. Bei Psoriasis-Arthritis: wirksame systemische Therapie, die eine fortschreitende Gelenkzerstörung verhindert
5. Linderung der Begleiterkrankungen, falls vorhanden.
 
Nicht zuletzt kann eine Änderung des Lebensstils helfen, da sich z. B. Sport und Bewegung sowie eine ausgewogene Ernährung, auch eine Gewichtsreduktion, positiv auf die Psoriasis, das Risiko für Begleiterkrankungen sowie das allgemeine Wohlbefinden auswirken.
 
Welche Behandlungsmöglichkeiten haben wir?

Generell kann man drei Arten der Therapie unterscheiden:
a) die äußerliche oder topische Behandlung (z. B. durch Cremes),
b) die innerliche oder systemische Therapie (z. B. mit Tabletten oder Injektionen),
c) die Lichtbehandlung (physikalische Therapie).
 
Bei leichter Psoriasis empfehlen die Behandlungsleitlinien die äußerliche oder physikalische Therapie.
Bei mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte wird die Behandlung mit systemischen Medikamenten empfohlen.
Oft werden die unterschiedlichen Therapieformen auch kombiniert.
 
Äußerliche Behandlung

Bei der topischen Therapie wird die Haut von außen behandelt, indem z. B. eine Creme, Salbe oder Lotion auf die betroffenen Partien aufgetragen wird. Diese Form der Behandlung wird in der Regel bei leichter Plaque-Psoriasis gewählt.

Kortisonpraparate, (z. B. Betamethason), auch Kortikoide oder Glukokortikoide genannt, gehören zu den am häufigsten eingesetzten äußerlichen Wirkstoffen. Sie werden insbesondere bei starken Entzündungen und an bestimmten Körperstellen angewendet. Sie haben eine stark entzündungshemmende Wirkung, unterdrücken die Reaktion des Immunsystems und wirken schnell. Es gibt unterschiedliche Wirkstärken von schwach bis sehr stark.
Kortikoide sollten nicht dauerhaft verabreicht werden, da es langfristig zu Nebenwirkungen wie Dünnerwerden oder Rötung der Haut kommen kann. Darüber hinaus sollten sie nicht abrupt abgesetzt werden, da es dann zu einem starken Wiederaufflammen der Schuppenflechte kommen kann.

Vitamin-D3-Abkommlinge (z. B. Calcipotriol) hemmen die Entzündung und das übermäßige Zellwachstum. In der
Regel ist die Therapie auch längerfristig gut verträglich. Für die großflächige Anwendung sind Vitamin-D3-Abkömmlinge
jedoch nicht geeignet.

Eine gründliche Hautpflege ist – unabhängig vom Schweregrad und der weiteren Therapie – fester Bestandteil der
Behandlung. Eingesetzt werden wirkstofffreie Salbengrundlagen, denen dann entweder Harnstoff (Urea) oder Salizylsäure
zugesetzt ist. Sie dienen der Hautpflege und bereiten die Haut auf andere Therapien vor.

Dithranol- und Teersalben werden bei uns so gut wie nicht mehr angewendet.

Lichttherapie und Bade-Licht-Therapie (auch Balneo-Foto-Therapie) werden bei uns wegen  der Förderung vorzeitiger Hautalterung des erhöhten Risikos der Entstehung von Hautkrebsen nicht mehr durchgeführt.
 
PUVA (auch Fotochemotherapie) ist eine Kombination aus UV-A-Licht und Psoralen, einem Wirkstoff, der die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht. Psoralen wird bei uns als Creme verabreicht. Die PUVA-Therapie erhöht das Risiko an Hautkrebs zu erkranken. Deshalb wird sie bei uns nur an kleinen, wenig krebsgefährdeten Stellen wie Handteller und Fußsohlen durchgeführt.
 

Innerliche (systemische) Behandlung

Bei der systemischen Behandlung werden Medikamente innerlich, etwa als Tabletten oder Injektionen, verabreicht. Sie dämpfen auf unterschiedliche Weise das körpereigene Immunsystem und damit den Entzündungsprozess der Psoriasis. Einige systemische Therapien wirken auch auf die Gelenkbeschwerden bei Psoriasis- Arthritis. Diese Behandlungen müssen mit besonderer Sorgfalt erfolgen, damit mögliche Nebenwirkungen vermieden oder frühzeitig erkannt werden. Daher sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen bei uns notwendig.
Jede mittelschwere bis schwere Plaque-Psoriasis sollte in der Regel systemisch behandelt werden. Wir unterscheiden:

a) die herkömmliche systemische Behandlung, und
b) die neu entwickelten Therapien mit Biologika.

Immunsuppressiva sind Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken.

Methotrexat (MTX) gehört zu dieser Gruppe von Wirkstoffen. sie haben einen entzündungshemmenden Effekt und erden bei starker Ausprägung der Erkrankung eingesetzt. Sie wirken auch gegen die Psoriasis-Arthritis. Die Wirkung tritt erst nach 4 bis 8 Wochen ein. Es kann daher nötig sein, die Zeit bis zum Wirkungsbeginn zu überbrücken. Immunsuppressiva werden als Tabletten oder als Injektionen gegeben. Einige können auch langfristig eingesetzt werden, um einen erneuten Schub zu
verhindern. Wichtig sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen, da die langfristige Einnahme mit Nebenwirkungen verbunden sein kann.

Fumarate, auch Fumarsäurepräparate genannt, beeinflussen bestimmte Botenstoffe des Immunsystems, die beim
Krankheitsprozess der Psoriasis eine Rolle spielen. Die Wirkung tritt in der Regel nach ca. sechs Wochen ein. Fumarate
können auch längerfristig eingesetzt werden, wirken aber nicht gegen die Psoriasis-Arthritis. Wichtig sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen, da die langfristige Einnahme mit Nebenwirkungen verbunden sein kann.

Retinoide sind Vitamin-A-Säure-Abkömmlinge und hemmen die übermäßige Zellvermehrung sowie die Entzündung.
Acitretin ist ein Medikament aus dieser Gruppe. Sie werden häufig zur Behandlung der Psoriasis von Händen und Füßen eingesetzt. Da Retinoide fruchtschädigend wirken können, dürfen Frauen im gebärfähigen Alter diese nur nehmen, wenn sicher verhütet wird.

Biologika sind die neuen Stars der systemischen Psoriasis-Behandlung.

Sie sind biotechnologisch hergestellte Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, indem sie gezielt in das fehlgeleitete Immunsystem eingreifen. Sie blockieren bestimmte Botenstoffe, durch welche die Entzündung ausgelöst und gefördert wird. Dadurch kann der Entzündungsprozess gestoppt und die Erkrankung langfristig kontrolliert werden.
Eingesetzt werden Biologika bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis, und wenn andere systemische Therapien nicht gewirkt haben, nicht vertragen wurden oder aus bestimmten Gründen nicht eingesetzt werden dürfen. Sie werden in der Regel vom Patienten selbst unter die Haut gespritzt. Wirkt ein Biologikum und wird es gut vertragen, kann es langfristig eingesetzt werden. Viele Biologika wirken auch hervorragend gegen die Psoriasis-Arthritis und stoppen die fortschreitende Gelenkzerstörung. Wichtig sind auch hier regelmäßige Kontrolluntersuchungen, um ggf. (selten vorkommende) Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen.

Biologika sind die mit Abstand teuersten systemischen Medikamente (Kosten pro Quartal ca. 3700-7000 Euro). Die Behandlung wird aber in der Regel von den Krankenkassen übernommen, wenn alle vorgeschriebenen Richtlinien befolgt werden. Allerdings erfordert die Behandlung mit diesen Medikamenten von uns behandelnden Hautärzten ein hohes Maß an bürokratischem Zeitaufwand, insbesondere für die vorgeschriebenen Dokumentationen und Berichte.

 

Symptome

An der Haut zeigen sich unterschiedlich große scharf begrenzte rote und erhabene Hautveränderungen, die häufig von unterschiedlich dicken silbrigen Schuppen bedeckt sind. Teilweise besteht ein starker Juckreiz. Etwa jeder 5. Patient mit Psoriasis leidet neben den typischen Plaques auch an einer Gelenkbeteiligung, der sogenannten Psoriasisarthritis. Die Nägel weisen bei mind. 50% der Betroffenen ebenfalls Veränderungen auf („Tüpfelnägel“, „Ölflecken“, usw.).

Die Schuppenflechte verläuft individuell sehr verschieden und ist unterschiedlich stark ausgeprägt – von kaum sichtbaren Hautveränderungen bis zu einem Befall der gesamten Haut.

Von der „gewöhnlichen Schuppenflechte“ (Psoriasis vulgaris) wird u.a. die „pustulöse Schuppenflechte“ (Psoriasis pustulosa) unterschieden, welche mit kleinen Eiterbläschen einhergeht. Es können auch beide Formen gleichzeitig auftreten.

Die Psoriasis kann erhebliche Folgen für Gesundheit, Beruf und Lebensqualität haben. Nicht selten findet aufgrund der häufig deutlich sichtbaren Hautveränderungen eine Stigmatisierung der Betroffenen statt. Eine Schuppenflechte ist nicht ansteckend!

Prävention

Die genetische Veranlagung an einer Schuppenflechte zu erkranken, kann man nicht beeinflussen. Durch eine gesunde Lebensweise (z.B. Normalgewicht, Nikotin- und Alkoholverzicht) kann aber ein schwerer Ausbruch der Krankheit verhindert oder abgeschwächt werden. Auch die regelmäßige Hautpflege in erscheinungsfreien Zeiten ist unabdingbar um neue Psoriasisherde zu vermeiden.

Familiäre Veranlagung

Die Anamnese und die familiäre Veranlagung können einen ersten Hinweis auf das Vorliegen einer Schuppenflechte liefern. Zusätzlich bestehen charakteristische scharf begrenzte rote und erhabene Hautveränderungen, welche durch eine silberweiße Schuppung bedeckt sind. Meistens sind Ellenbogen, Knie bzw. Unterschenkel, Kopfhaut, Gesäß und/oder Handflächen und Fußsohlen betroffen.

Diagnose bei Schuppenflechte

Folgende Zeichen sind typisch für eine Schuppenflechte und können zur Diagnosestellung herangezogen werden:

  • Kerzenwachsphänomen: durch Kratzen an der Schuppenschicht löst sich die obere Schuppung ähnlich wie das Wachs einer Kerze
  • Phänomen des letzten Häutchens: werden die Schuppen weiter entfernt, ist ein glänzendes „letztes Häutchen“ zu sehen
  • Auspitz-Phänomen (blutiger Tau): wird noch weiter gekratzt, kommt es zu kleinen punktförmigen Einblutungen
  • In einigen Fällen kann zur Diagnosestellung die Entnahme einer Hautprobe erforderlich sein.
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